Architektur als Merkmal

Ein Gespräch mit Gunther Hastrich. Er ist Unternehmensgründer und Geschäftsführer der Archigon-Gruppe und auch Partner des Architekturbüros HKA Architekten, also Bauträger-Projektentwickler und Architekt zugleich.

Herr Hastrich, der Berliner Immobilienmarkt ist vielfältig.

Wofür steht die Archigon-Gruppe?

Wir sind ein generisch gewachsenes Unternehmen, das mit Altbausanierungen angefangen hat, seit über zehn Jahren allerdings auf Neubauten spezialisiert ist. Alle Realisationsschritte liegen in unseren Händen: von der Grundstücksevaluation über die Projektentwicklung, die Baubetreuung bis hin zur Vermarktung. Wir stehen außerdem für eine bestimmte Haltung in der Architektur, die in allen Projekten ablesbar ist.
Das ist unser Markenzeichen.

 

Ihr Büro ist aber in einem herrschaftlichen Altbau …

Hier haben wir angefangen: Unser erstes Projekt war dieses Mietshaus in der Oranienburger Straße. Wir haben aber – wie man sieht – den Charme des Altbaus bewusst mit moderner Innenarchitektur kontrastiert.

 

Sie sind Architekt. Inwieweit prägt das ihr Unternehmen?

Gibt es da nicht Interessenkonflikte?

Die gibt es, weil Gestaltung Geld kostet. Entscheidend ist, dass ich zwar Architekt, aber gleichzeitig auch Bauträger bin: Bei unseren Entwürfen denken wir – bei allem Gestaltungswillen und Anspruch an Ästhetik – auch immer an Kosten, Termine, ökonomische Grundrisse und den richtigen Wohnungsmix, das heißt an ein marktgerechtes Produkt, und natürlich an den zufriedenen Kunden. Wir betrachten Projekte aus zwei Perspektiven – das ist ein großer Vorteil.

 

Architekt und Bauträger – denken sie nicht auch wie ein Vermarkter?

Die Basis für den Verkauf bilden bei uns ein stetig wachsender Pool an Interessenten, die unsere Projekte kennen und wertschätzen, sowie der Bekanntheitsgrad unserer Bauten. Allein 25 Prozent der Verkäufe bei den Bouchégärten schlossen wir über Direktkontakte und Empfehlungen ab.

Ein zufriedener Käufer ist für uns der beste Multiplikator und das nachhaltigste Marketing. Deshalb konzentrieren wir uns lieber auf die Qualität unserer Projekte, anstatt Energie und Geld in umfangreiche Werbemaßnahmen und teure Vertriebe zu stecken.

 

Was ist für sie persönlich nachhaltig bei ihren Projektentwicklungen?

Als Architekt und Entwickler ist es befriedigend, wenn ein Projekt als Wohnimmobilie gut funktioniert und sich die Bewohner wohlfühlen. Jedes unserer Projekte repräsentiert ein Stück gestaltete Umwelt für die wir Verantwortung tragen. Unsere Gebäude sind daher nicht nur energieeffizient und auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten, sondern leisten – wie wir meinen – auch einen positiven Beitrag zur Stadtgestalt. Das nennen wir nachhaltig. Es geht uns immer darum das Bestmögliche aus einem Projekt zu machen – nicht nur mit Routine und Erfahrung, sondern auch mit einer Vision.

 

Welches sind ihre Zielgruppen?

Unsere Projekte zeichnen sich durch die Möglichkeit des individuellen Ausbaus und durch die unverwechselbare Architektur und Bauweise aus. Außerdem bewegen wir uns im mittleren Preissegment. Ganz automatisch haben wir dadurch einen sehr hohen Anteil von 75 – 85 Prozent an Selbstnutzern, insbesondere auch junge Familien. Das trägt zu einer lebendigen Nachbarschaft bei, wie sie in reinen Kapitalanlage-Objekten selten zu finden ist.

Gunther Hastrich, Gründer und Geschäftsführer

Büro der Archigon-Gruppe im ausgebauten Dachgeschoss

Dresdener Straße 31/32

Polygongarden